Die Stadt der Reichen angreifen – Projekte verteidigen

Die Gentrifizierung in Berlin geht unaufhörlich weiter, damit auch die Verdrängung. Neben Menschen sind auch Räume betroffen: Räume der radikalen Bewegung, Freiräume, Schutzräume für von Diskriminierung betroffene Menschen, unkommerzielle Orte, Orte der Subkultur, der politischen Vernetzung und Orte, an denen versucht wird, konkrete Utopien zu leben.

Bedroht sind einige – gemeint sind wir alle
In den letzten Jahren sind bereits Räume wie das Hausprojekt Liebig14, das Jugendzentrum Drugstore, der Kiezladen Friedel54, die Wagenplätze DieselA & Sabot Garden, die O-Platz Besetzung und die später besetzte Schule in der Ohlauer Straße verschwunden.

Doch es hört nicht auf, denn viele andere Räume sind aktuell bedroht. Das Jugendzentrum Potse, das Hausprojekt Liebig34 und die Kneipenkollektive Syndikat & Meuterei erwarten noch in diesem Jahr einen Räumungstermin. Weitere Räume wie das Hausprojekt Rigaer94, das Hausprojekt Köpi137, die Hausgemeinschaft Lause10/11 oder der Gemeinschaftsgarten Prachttomate drohen ähnliche Situation in der nahen Zukunft.

Ohne Räume – keine Bewegung
Damit werden Räume verdrängt, welche ein anderes Berlin leben und dafür kämpfen: ein Berlin in dem wir unsere Nachbar*innen kennen, in dem wir unsere Häuser zusammen gestalten und gemeinsam bestimmen wie öffentlicher Raum genutzt wird. Ein Berlin wo Raum für selbstgewählte Wohn- und Lebenskonzepte da ist. Ein Berlin in dem wir Alternativen zu Ausbeutung und Unterdrückung die in Lohnarbeit, Hausarbeit, Sorgearbeit, im Bildungssystem und anhand von Miet- und Eigentumsverhältnissen stattfindet, ausprobieren können. 

Wie wollen wir für so eine Stadt kämpfen ohne Räume? Wo treffen wir uns zum plenieren? Wo malen wir Transparente? Wo können wir Veranstaltungen machen um uns zu bilden? Wo können unkommerzielle und subkulturelle Veranstaltungen, Volxküche, Konzerte, Lesekreise, Workshops oder Trainings stattfinden? Wo fühlen wir uns geschützter vor patriarchaler und rassistischer Gewalt? Wo können wir uns kennen lernen abseits von Konsumzwang oder autoritärer Kontrolle – zum Beispiel durch Eltern, Lehrer*innen, Professor*innen, die Polizei, Vorgesetzte oder Sicherheitspersonal?

In unserem Kampf für eine lebenswerte Stadt ist der Kampf um die Projekte ein notwendiger Teil! Deswegen kämpfen wir für den Erhalt von: 

Hausprojekt B5355 (Mietvertrag läuft bald aus)

Wagenplatz DieselA (09/2018 besetzt, umgezogen & dann geräumt 09/2019, neue Besetzung 05/2020)

Kiezladen Friedel54 (im Exil seit der Räumung 06/2017)

Großbeerenstr.17A (kalte Räumung April 2019)

Hausprojekt Köpi137 (Grundstück Frühjahr 2020 verkauft, Zukunft unklar)

Hausprojekt Liebig34 (Pachtvertrag ausgelaufen 12/2018)

Hausgemeinschaft Lause 10/11 (bedroht seit Eigetümerwechsel 2017)

Kneipenkollektiv Meuterei (Mietvertrag ausgelaufen 05/2019)

besetzte Ohlauer Schule (geräumt 01/2018)

Jugendclub Potse (Mietvertrag ausgelaufen 12/2018)

Jugendzentrum Drugstore (im Exil seit 12/2018)

Hausprojekt Rigaer94 (Senat sucht nach Räumungsmöglichkeiten, Eigentumsverhältnisse unklar)

Wagenplatz Sabot Garden & öffentliche Brache „Widerst(r)and“ (besetzt als DieselA 09/2018, stückweise und kalte Räumung 02-04/2020)

Kneipenkollektiv Syndikat (Mietvertrag ausgelaufen 12/2018)

Gemeinschaftsgarten Prachttomate (bedroht seit 11/2018, Zukunft unklar)